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Aus unserem Progamm

Für ein starkes Franken

Auszug aus unserem Programm der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft e.V.

Die Fränkische Arbeitsgemeinschaft setzt sich seit 1949 für die Belange Frankens in Bayern, im Bund und in Europa ein. Sie versteht sich als Stimme Frankens und als Speerspitze gegen den Zentralismus in Bayern.

Die nachhaltige Vertretung fränkischer Interessen steht für die FAG im Vordergrund. Dabei lehnt sie die Forderung nach einem eigenen Bundesland ab. Separatismus schadet überall auf der Welt mehr, als er nützt. Er bringt auch Franken nicht weiter. Worauf es ankommt ist die energische Zusammenarbeit der drei fränkischen Bezirke, der Städte und Landkreise. Die Metropolregion Nürnberg ist dafür ein großartiges Beispiel.

Die nachfolgenden Überlegungen sollen ein Leitfaden für unsere Arbeit sein, der natürlich immer wieder den neuen Entwicklungen angepasst werden muss.

Frankens Vielfalt – Frankens Identität – Frankens Zukunft

Neuerscheinung des Buches „Krieg – Diplomatie – Frieden, Schicksalsjahre in Franken, vom Mittelalter bis zur Moderne“

Zwei Tage nach dem Tag der Franken 2023 wurde uns am 4. Juli 2023 unsere Neuerscheinung durch den EOS Verlag ausgeliefert.

Autoren: Günter Dippold, Christoph Gunkel, Thomas J. Hagen, Georg Seiderer, Bernhard Sicken, und

Gabriel Zeilinger.

Hg: Wolfgang Wüst und die Fränkische Arbeitsgemeinschaft e.V.

Umfang 167 Seiten

Preis 20,00 Euro

ISBN: 978-3-806-8192-2

Erschienen im EOS Verlag

https://eos-verlag.net/Krieg-Diplomatie-Frieden

Verbindliche Bestellung bitte richten an den EOS Verlag

(Pater Dr. Cyrill Schäfer OSB)

Tel +49 8193 71711, Fax: +49 8193 71709,

Email: mail@eos-verlag.de

Leserecho zu Neuerscheinung des Buches „Franken Policey“ als Band XIV aus der Schriftreihe des Mitteralterlichen Kriminalmuseums Rothenber o.d. Tauber. Verfasser Prof. Dr. Wolfgang Wüst unter Mitarbeit von Christoph Gunkel.

„Es ist ein wichtiger und hochinteressanter Beitrag zur sozialen und politisch-administrativen Geschichte des Alten Reiches. Als Historiker in einem ehemaligen Hochstift (Trient) finde ich dieses Buch über die ‚Frankens Policey‘ besonders hilfreich. Der Band bietet gute Ansatzpunkte für ergiebige Vergleiche mit den Herrschaften der Grafen von Lodron oder Arco im südlichen ‚Trentino‘, aber auch mit den Gerichten im Besitz der Grafen von Bevilacqua oder der Grafen Pompei von Illasi in der nahegelegenen Republik Venedig.“ dott. Alessandro Cont, Provincia autonoma di Trento, Sopraintendenza per I beni Culturali

Veröffentlichung des Buches „Frankens Policey“ als Band XIV aus der Schriftreihe des Mitteralterlichen Kriminalmuseums Rothenber o.d. Tauber. Verfasser Prof. Dr. Wolfgang Wüst unter Mitarbeit von Christoph Gunkel.

In der Antike entworfen, im Spätmittelalter geboren und in der Frühen Neuzeit umgesetzt, veränderte die „gute“ Policey die Gesellschaft und den Alltag der Menschen grundlegend und nachhaltig. Im Fränkischen Reichskreis entwarf man in den Kanzleien ungezählter geistlicher wie weltlicher Grund-, Vogtei- und Gerichtsherren eine Vielzahl an Dekreten, Erlassen, Verordnungen und Reglements. In ihrer normativen Ordnungssumme nennen wir sie Policey. Der vorliegende Band führt in die Welt regionaler Normen ein und verfolgt den Entstehungsprozess der damaligen Gesetzgebung bis zum Ende des Alten Reiches. Prof. em. Dr. Wolfgang Wüst studierte Geschichte und Anglistik an den Universitäten Augsburg und Edinburgh (GB) und war von 2000 bis 2019 Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Leserecho zu unserer Neuerscheinung „Bacchus küsst Franken – Aspekte einer europäischen Weinlandschaft“

„Wem das Herz voll ist, dem geht mitunter schnell der Mund über vor allem dann, wenn er zu tief ins mit Wein gefüllte Glas schaut. Gerade mit der Kulturregion Franken geht dieses Getränk eine Identität stiftende Symbiose ein, die zu einem Aushängeschild der Region geworden ist. Insoweit ist man längstens in gute Gesellschaft mit den großen europäischen Spitzenlagen gelangt, was dem eigenen Selbstverständnis auch in anderer Hinsicht dienlich sein kann. Dem allen trägt die Fränkische Arbeitsgemeinschaft einmal mehr mit einer Franken in den Fokus rückenden Broschüre Rechnung, und nachdem hier nicht nur wissenschaftlich weise eine Botschaft unter die Leserschaft getragen wird, sondern gleichzeitig auch ein mit dem Wein verbundenes Lebensgefühl zur Verbreitung gelangt, was sich letztlich auch in einer ästhetisch attraktiv gestalteten Heft äußert, sind eigentlich alle Sinne angesprochen. Gerade das mit diesem Getränk verbundene Lebensgefühl sollte man nicht unterschätzen, wird doch den Weinbauregionen immer wieder nachgesagt, dass die hier lebenden Menschen in sich selber ruhen, was darin zum Ausdruck kommt, sich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen und gleichzeitig die Fragestellungen des Alltags im Blick zu behalten. Gerade Ersteres sollte beim Weinkonsum Richtschnur sein, was nicht selten vor dem Hintergrund einer zum Kulturevent stilisierten Weinästhetik zu kurz kommt mit dem Ziel, diesem Geschehen einen elitären Charakter beizulegen. Freude und Genuss lässt sich jedenfalls auch ohne übertriebene Zelebration empfinden. Dr. Dr. Gerhard Seibold, Crailsheim (regelmäßiger Weintrinker, Weingärtnernachkomme und stolzer Besitzer von Weinbergen)

Wolfgang Wüst (Hg.) mit Marina Heller, Paulus Schneider (†) und Sabine Wüst, Bacchus küsst Franken – Aspekte einer europäischen Weinbaulandschaft (Schriftenreihe der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft 6), St. Ottilien 2021. Mit Karl dem Großen fängt die Geschichte des fränkischen Weinbaus an. 777 schenkte der spätere Kaiser dem Reichskloster Fulda Weingüter im unterfränkischen Hammelburg. Auch die weinhistorische Expedition, die Wolfgang Wüst und sein Team durch Franken unternehmen, beginnt mit diesem Schlüsseldatum. Ihre Zeitreise macht dann an bislang unbeachteten Stellen halt; sie fördert daher viele neue Forschungserkenntnisse zutage, etwa in wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht: Oft diente das flüssige Gold als Geldersatz für die Kapital- und Kreditwirtschaft, insbesondere im Fall der Klöster, die so ihre ökonomische Stabilität langfristig absichern konnten. Um den Weinbau gruppierte sich zudem ein hochdifferenziertes Gewerbe von technologischen Zulieferern wie den Küfnern oder jenen Experten, die önologisches Wissen in Handbüchern aller Art sammelten. Wie beliebt und auf welch reich sortiertes Angebot aus fränkischen, rheinischen, italienischen und französischen Provenienzen der regionale Konsum zurückgreifen konnte, zeigt sich an den vielfach erhaltenen Rechnungen, mit denen Patrizier, Prälaten oder die Markgrafen ihren beachtlichen Weinverzehr beglichen. Dass Würzen, Anreichern und Strecken des Getränks (das „Panschen“) häufige – gar nicht einmal übel beleumundete – Praxis war, beweist eine im Anhang abgedruckte „Kellermeisterey“ von 1563. Es ist das besondere Verdienst der reich illustrierten Broschüre, diese bislang übersehenen Quellen ans Licht zu holen. Doch nicht nur das: Auch das bacchantische Wesen des Weins – gleichermaßen belebend wie betäubend – kommt zur Sprache, mit anschaulichen Belegen aus der antiken Mythologie oder der medizinischen Gelehrsamkeit aller Jahrhunderte. Und natürlich darf das Lokalkolorit nicht fehlen: Die großen fränkischen Kellereien wie das Würzburger Juliusspital, die Castellschen Weingüter oder die heute kaum noch bekannte Anbautradition der Benediktiner von Münsterschwarzach finden sich breit gewürdigt. Dem Band ist hohe Aufmerksamkeit zu wünschen, erschließt er doch facettenreiche Wege durch eine der bedeutendsten Weinlandschaften Europas. Prof. Dr. Rainald Becker, Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München

„Die Lektüre kommt gerade richtig für ein gemütliches Wochenende, das, wie fast immer in diesen Zeiten, zuhause zu verbringen ist …. Schon beim ersten Durchblättern werden die Neugier auf ein genüssliches Lesen und auch die Erinnerung an schöne Stunden mit fränkischem Wein geweckt. Und ich lerne: was das Zisterzienserkloster Eberbach für die Hessen, ist Ebrach für Franken“.

Dr. Carola Fey, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

„Schon der Titel macht neugierig: „Bachus küsst Franken“. Sabine Wüst schlägt den Bogen von den Weingöttern zu unserem bekömmlichen fränkischen Bachus. Eine Auswahl an interessanten, historischen und aktuellen Bildern regt zum Blättern an. Eine Reise in die Geschichte des Weines wird abgeschlossen – für mich als Höhepunkt- mit historischen „50 Tipps für Weinpanscher“, sehr gelungen!“

Dr. Manfred Scholz, Abgeordneter a.D., Nürnberg

Die FAG Broschüre „Bacchus küsst Franken“ verbindet in vergnüglicher Weise die Geschichte des fränkischen Weinbaus mit der Gegenwart. Die wohl fundierten und reich bebilderten Beiträge zeichnen ein facettenreiches Bild der wirtschaftlichen, politischen, aber auch der genussreichen Dimensionen des Rebensaftes, insbesondere seine Bedeutung für die Klosterwirtschaft Münsterschwarzachs und St. Michaels in Bamberg. Die europäische Dimension des Handels mit fränkischem Wein, besonders über Nürnberg, wird ebenso deutlich gemacht wie auch die Verbundenheit des Weins mit antiken Göttern und mittelalterlichen Heiligen. Vergnüglich – und nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen – sind die zahlreichen „Tipps“ zur Verbesserung des Weingeschmacks: für Weinpuristen ein Graus, für Andere der ‚Himmel‘ des Genusses!

Prof. Dr. Helmut Flachenecker, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ich habe auch sogleich ein bisschen darin gestöbert. Das fiel mir auch nicht schwer, weil die Beiträge interessant, ja teilweise richtig spannend aber vor allem auch animierend geschrieben sind. Beim Studium des Büchleins sind mir viele bekannte Namen von Historikern oder Fachkollegenen begegnet, und so war es auch ein kleines Wiedersehen mit so manchem Wegbegleiter. Auch Dr. Markus Frankl, seines Zeichens Historiker und der Team-Chef im Weineck Juliusspital (unsere Vinothek) hier in der Koellikerstraße war darunter. Ihm habe ich gleich ein Exemplar geschenkt. Stehen geblieben bin ich beim Kapitel der „Weinpanscher oder Geheimnisse aus der Kellermeisterey.“ – Alles zu gruselig und unvorstellbar! Einfach grausam! – Das Thema habe ich dann ganz einfach mal weggelassen. STIFTUNG JULIUSSPITAL WÜRZBURG, Geschäftsbereichsleiter Landwirtschaft, Weingut und Forstbetrieb, Horst Kolesch

Ab 15.12.2025 2. Auflage von „Bier, Brauereien und Wirtshäuser in Franken – eine kulturhistorische Perspektive“

Autoren:

mit Günter Dippold, Christoph Gunkel, Thomas J. Hagen, Marina Heller, Christian Kestel, Astrid Schneck und Birgit Speckle

Hg: Wolfgang Wüst und die Fränkische Arbeitsgemeinschaft

Bier, Brauereien und Wirtshäuser sind mit der zugehörigen Produkt- und Genusswerbung Teil unserer Kulturgeschichte. Das gilt insbesondere für Franken, aber auch für andere europäische Regionen. Da- bei kann Werbung, wie das Beispiel „Veldensteiner“ aus Neuhaus an der Pegnitz zeigt, als Teil einer neuen Kulturgeschichte („Probierts’ es, dann spürts’ es!“) durchaus anregend sein. Fundiert und innovativ gestalten acht Autoren der nunmehr neunten FAG-Broschüre ihre Beiträge. Sie reichen zeitlich vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Inhaltlich öffnen sie ein großes Panorama, das von den ältesten Brauereien in Franken über die Rolle der Wirtshäuser und Mühlen, des Braurechts, des Malz- und Hopfenhandels sowie politischer Bierkonflikte bis zum Strukturwandel der Bierlandschaft während der Industrialisierung und der sich anschließenden weltweiten Globalisierung reicht. Typische Bierstädte wie Bamberg, Bayreuth, Fürth oder Kulmbach spielen natürlich eine besondere Rolle.

Umfang 200 Seiten

Preis 20,00 Euro

ISBN:978-3-8306-8249-3

Erschienen im EOS Verlag

https://eos-verlag.net/Bier-Brauereien-und-Wirtshaeuser-in-Franken

Verbindliche Bestellung bitte richten an den EOS Verlag

(Pater Dr. Cyrill Schäfer OSB)

Tel +49 8193 71711, Fax: +49 8193 71709,

Email: mail@eos-verlag.de

Wissenschaftliche Tagung der Polnische Historische Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am 22. und 23. September 2025 in Würzburg

Die Polnische Historische Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toru?) veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Philosophische Fakultät), Nikolaus-Kopernikus-Universität Toru? (Institut für Geschichte und Archivkunde), Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München und Stiftung Kulturwerk Schlesien eine internationale wissenschaftliche Tagung unter dem Titel:

„Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat”. Familie in Mitteleuropa: über territoriale, nationale, religiöse und soziale Grenzen hinweg (bis 1989)

Termin: 22. und 23. September 2025; Tagungsort: Würzburg

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme an der Tagung ein. Bitte richten Sie Ihre Vorschläge bis zum 6. Januar 2025 per E-Mail an Dr. Renata Skowronska

E-Mail: renata.skowronska@uni-wuerzburg.de

Beschreibung der Tagung und Anmeldeformular:

HIER zu finden

Wir traueren über unser langjähres Mitglied und Mitstreiter Dr. Andreas Merklein.

Herr Dr. Andreas Merklein ist im Alter von 86 Jahren für immer von uns gegangen. In stiller Trauer gedenkt die Fränkische Arbeitsgemeinschaft e.V. ihrem langjährigen Mitglied und Mitstreiter. Wir sind unserem Mitglied Dr. Merklein zu großem Dank für seine Mitarbeit für die Belange Frankens verpflichtet und werden Ihm ein ehrenwertes Gedenken bewahren.

Leserecho zu unserer Neuerscheinung des Buches „Natur, Umwelt und Landschaft – Umweltgeschichte in Franken“

Alle reden über das Wetter – außer Historiker, könnte man meinen. Ist also das Wetter keinen historischen Wandlungen unterworfen, hat es das Leben vergangener Generationen nicht beeinflusst? Wir dürfen inzwischen der Geschichte des Schlagers einschreiben, dass eines der eingängigsten Lieder des Entertainers Rudi Carrell so einsetzte: „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“ Vielleicht wäre ein Hamburger Kommunalpolitiker namens Helmut Schmidt ohne Hochwasserkatastrophe niemals Bundeskanzler geworden. Wetterunbilden wie Klimaschwankungen haben immer wieder Geschichte (mit)geschrieben. Neuerdings wissen wir, dass die 1430er Jahre einen einschneidenden Kälteeinbruch sahen, der nach einer Dekade schon wieder wettgemacht war. Länger dauerte die Kernphase der Kleinen Eiszeit seit den 1560er Jahren: Das Wetter wurde für mehrere Generationen (im Wortsinn) stürmisch, es war nasskalt, war menschenunfreundlich. In den 1430er Jahren gab es die ersten Hexenverfolgungen, die schlimmsten Kampagnen tobten zwischen 1560 und 1630 – in der Kernphase der Kleinen Eiszeit also. Angeblich zauberten die „Unholden“ Reif auf die Felder, beschworen sie Stürme herauf: ein Beispiel für außernaturwissenschaftliche Auswirkungen von Naturphänomenen. Der jetzt von der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft vorgelegte Band über „Umweltgeschichte in Franken“ bietet viele andere Beispiele, denn: „Auch das hier näher untersuchte Franken war nicht sicher vor den Fernwirkungen großer Naturkatastrophen“ (S. 7). So wurde Nürnberg immer wieder von schlimmen Hochwassern heimgesucht, ein Rückblick von 1682 listet die Katastsrophenjahre auf: 1380, 1432, 1445, 1452, 1495, 1501, 1502, 1546, 1573, 1595, 1635, 1655, 1680. Die ebenfalls 1682 vorgelegte „Jaegerey und Forst-Ordnung“ der Grafschaft Oettingen-Oettingen handelt von „Windfaellen“ und „Schneebruch“ (S. 45). Halfen dagegen schon damals nur Nachhaltigkeit und Diversifizierung? Die „Wald- und Marckungs-Ordnung“ der Reichsstadt Schweinfurt jedenfalls proklamierte, es sei „der lieben Nachkommenschafft daran gelegen“, dass „die Waldungen … conserviret“ und nicht „verderblich damit umgegangen“ werde (S. 44). Mehrere Beiträge befassen sich mit konzeptionellen Problemen von „Naturschutz“. Wir lernen in diesem Zusammenhang, dass „Wildnis“ in der Moderne „zu einer Projektionsfläche für ästhetische und romantische Vorstellungen“ wurde (S. 119). Reiseaufzeichnungen des 15. bis 17. Jahrhunderts lehren (wie ich einmal zeigen konnte) ganz Anderes: „schön“ oder „lustig“ sind in ihnen nur gleichsam aufgeräumte Landschaften mit guter Verkehrsinfrastruktur. Wenn „Wildnis“ neuerdings aus ästhetischen und ökologischen (Biodiversität!) Gründen positiv besetzt ist, andererseits fossile Energieträger perhorresziert werden, resultieren hieraus – was der Band beispielsweise für den Spessart aufzeigt – konkurrierende Leitbilder von „Naturschutz“; so können für die einen nur Windräder von (horribile dictu: russischem) Erdgas unabhängig machen, während „Windparks“ für andere ein urbanes Kolonisationsprojekt auf Kosten der Landbewohner darstellen und eine Industrialisierung der Natur verschulden. An konkreten fränkischen Beispielen ansetzend, bietet der reich bebilderte, auf unterhaltsame Weise instruktive Band viel Stoff zum Weiterdenken. Prof. Dr. Axel Gotthard, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Neue Probleme – alte Lösungen? – Zu Wolfgang Wüsts (Hg.) FAG-Broschüre „Natur, Ökologie und Landschaft – Umweltgeschichte in Franken“

Die Geschichte als Lehrmeisterin heranzuziehen, gelingt Wolfgang Wüst in der Reihe der Veröffentlichungen der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft immer wieder: ob mit dem Föderalismusmodell der Reichskreise im Alten Reich und der besonderen Ausprägung im Fränkischen Reichskreis, den aktuellen Überlegungen als Lösung für europäische Probleme, die jahrhundertealte Liebe zum Frankenwein oder, wie hier, die Wetter-, Klima- und Umweltprobleme von heute im Vergleich mit denen früherer Jahrhunderte, immer ist der Blick in die Geschichte interessant. Auch diese „Umweltgeschichte“ ist sehr umfassend und umfangreich in den verschiedensten Detailbereichen dokumentiert und bebildert. Die verschiedenen Themen, Inhalte und Regionen geben die „Vielfalt Frankens“ wieder. Trotz aller Wissenschaftlichkeit scheut sich Wolfgang Wüst nicht, da und dort politisch zu werden und seine Anmerkungen zu machen.

Die „geologisch-geografischen Grundlagen“ (S. 7) in Franken als Richtschnur zu nehmen, hilft für eine zeitlich weit nach hinten und nach vorne gerichtete Betrachtung. Sie sind vorgegeben und kaum zu verändern, wie das Beispiel Kanalbau zeigt. Interessant ist auch die Verwendung von jetztzeitigem Vokabular (z.B. Nachhaltigkeit) auf historische Gegebenheiten und Ereignisse – das macht Geschichte modern.

In den neun Beiträgen wird das Thema „Umgang mit Natur und Umwelt“ sehr ausgewogen für die Regionen Frankens und ihre Stärken und Besonderheiten behandelt: Oberfranken mit der Straßeninfrastruktur der Fränkischen Schweiz (Thomas J. Hagen) und dem Bemühen um die Umwelt durch die Verschönerungsvereine (Arnd Kluge); Unterfranken mit der Wald- und Holznutzung am Beispiel Stettfeld im Kleinen (Christoph Gunkel) und mit dem für Unterfranken, aber auch für ganz Franken Identität schaffenden Spessart im Großen (Gerrit Himmelsbach und Anika Magath); Mittelfranken und das markgräfliche Ansbach als „Schauplatz“ für die Darstellung der Jagd und Falknerei zur Repräsentation (Wolfgang Wüst) und die liebevolle und aktuelle Behandlung des Themas „Honig und Wachs“ (Sabine Wüst).

Meine besondere Aufmerksamkeit gehört dem Thema „Hochwasser“ im Beitrag „Städte unter Wasser“ (Wolfgang Wüst), zum einen wegen der Aktualität, zum anderen wegen eigener Bezüge zum Thema (Sturmflut an der Nordsee 1962, Hochwasser an der Rednitz und Überflutung im 20 Meter über der Rednitz liegenden Krottenbach). Da Wolfgang Wüst das Thema auf die Frühe Neuzeit fokussiert, wird das „Jahrtausend-Hochwasser“ um den Magdalenentag (22. Juli) des Jahres 1342 zwar erwähnt (S. 137), aber seine Bedeutung für Franken und ganz Mitteleuropa ist herausragend und auch für die aktuelle Klimadiskussion wichtig. Man stelle sich vor, das Tief einer aufgeheizten Adria Vb-Wetterlage entlädt sich über 4 Tage auf die ausgetrockneten Flächen um die Flüsse Rhein, Main, Donau, Mosel, Moldau, Elbe, Weser, Werra und Unstrut mit Tausenden von Toten!

(Siehe: Wikipedia: Magdalenenhochwasser, abgerufen am: 5.3.2022, 12:01 Uhr)

Dr. Manfred Scholz, Nürnberg

Neuerscheinung des Buches „Natur, Umwelt und Landschaft – Umweltgeschichte in Franken“ unseres 1. Vorsitzenden Prof. em. Dr. Wolfgang Wüst, mit Christoph Gunkel, Thomas J. Hagen, Gerrit Himmelsbach, Arnd Kluge, Anika Magath und Sabine Wüst.

 Klimaschwankungen mit extremen Dürrezeiten, periodisch wiederkehrenden Überschwemmungen oder orkanartigen Stürmen beeinträchtigen seit jeher die Lebensbedingungen in Europa. Auch das hier näher untersuchte Franken war nicht sicher vor den Fernwirkungen großer Naturkatastrophen wie dem Erdbeben in Basel 1356 oder den Vulkanausbrüchen auf Island (Laki) 1783/84 und auf dem indonesischen Archipel (Tambora) 1815. Hungersnöte waren in großen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz die unmittelbare Folge. Wilhelm Abels Ergebnisse zu „Massenarmut und Hungerkrisen“ könnten so perspektivisch und inhaltlich neu akzentuiert werden. Trotz der von der natur- und geisteswissenschaftlichen Forschung gleichermaßen zum Teil früh fokussierten Zusammenhänge zwischen Umwelt und menschlicher Existenzsicherung zählt eine systematisch betriebene Umweltgeschichte noch immer zu den neuen Wissensfeldern, denen sich eine moderne Landesgeschichte in Abkehr traditionsreicher Herrschafts- und Verfassungsgeschichte unbedingt öffnen muss. Die von Lucien Febvre („La terre et l’evolution humaine. Introduction géographique à l’histoire“, Paris 1922) bereits in der Zwischenkriegszeit angemahnte Hinwendung der Geschichtswissenschaften zu den geologisch-geographischen Grundlagen unseres Daseins diente den Autoren dieser Broschüre als Richtschnur. Unter Mitarbeit von Christoph Gunkel, Thomas J. Hagen, Gerrit Himmelsbach, Arnd Kluge, Anika Magath und Sabine Wüst.

ERSCHEINUNGSJAHR 2022, SEITEN 208, REIHE Schriftenreihe der FAG, BAND 07

ISBN 978-3-8306-8119-9, PREIS 15,00 EUR

Bestellungen bitte an:

https://eos-verlag.net/Natur-Oekologie-und-Landschaft-Umweltgeschichte-in-Franken

Unser neuer Ehrenvorsitzender

Die Jahres-Mitgliederversammlung wählte am 22.7.2022 in Anbach Dr. Helmut Ritzer, Landtagsvizepräsident a.D. zum neuen Ehrenvorsitzenden der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft.

Dr. Helmut Ritzer war von 2004 bis 2014 unser sehr erfolgreicher 1.Vorsitzender.

In seiner Amtszeit vereinbarte er zusammen mit den damaligen 3. Vorsitzenden Dr. Manfred Scholz, damals ebenfalls MdL, in den Verhandlungen mit dem Bay. Innenminister Dr. Günter Beckstein im Landtag den Tag der Franken. Dieser Gedenktag soll jährlich am 2. Juli an die Gründung des Fränkischen Reichskreise erinnern, der immerhin von 1500 bis 1806 wirkte.

Als damaliger 1. Vorsitzender der FAG organisiserte er erfolgreich die Infostände am 1. Tag der Franken 2006 in Nürnberg, 2009 in Bad Windsheim, 2010 in Kulmbach, 2012 in Schwabach.

Seit 2014 arbeitet er als Beisitzer im Vorstand der FAG mit. Mit vielen guten Ideen und hilfreichen Ratschlägen kann er die Arbeit des Vorstandes bereichern.

Wir trauern um unseren ehemaligen langjährigen 1. Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Dr. Dietrich Sommerschuh

Herr Landrat a.D. Dr. Dietrich Sommerschuh ist am 2.5.2022 im Alter von 87 Jahren für immer von uns gegangen.

In stiller Trauer gedenkt die Fränkische Arbeitsgemeinschaft e.V. unseres ehemaligen 1. Vorsitzenden. Er leitete als 1. Vorsitzender die Geschicke der FAG von 1987 bis 1997. Er hat sich sehr große Verdienste in unserem Verein erworben. Er wurde bereits nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des 1. Vorsitzenden der FAG von der damaligen Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Während seiner Amtszeit erschienen folgende Publikationen:

1993 die 2. Auflage Franken in Bayern – ein Problem.

1988 Stimme und Gewissen Frankens – 40 Jahre FAG.

Wir verneigen uns vor seinem Lebenswerk als ehemaliger Landrat des Landkreises Fürth und als ehemaliger 1.Vorsitzender der FAG. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Neuerscheinung der Broschüre „Bacchus küsst Franken“. Autoren unserer 1. Vorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Sabine Wüst, Marina Heller u. Paulus Schneider(+) im EOS Verlag (St. Ottilien) Hsg. FAG ISBN 978-3-8306-8060-4 Preis 15 Eur

In den Beiträgen zur Geschichte des Weines und des Weinbaus unter der himmlischen Überschrift „Bacchus küsst Franken“ stoßen zwei weltbewegende und zugleich seit alters her vergötterte oder zumindest goutierte Phänomene aufeinander. Zum einen steht als „Schirmherr“ für die fränkische Weinkultur nicht der Winzerpatronen und Weinheilige Urban – er war von 222 bis 230 n.Chr. Bischof von Rom -, sondern Bacchus, der Gott des Weines, der Ektase und des Rausches. Dieser der griechischen Mythologie entstammende Gott Dionysos mit dem Beinamen (lat. Bacchus), der bald zum Hauptnamen werden sollte, hat nicht nur in der alteuropäischen „Kunstszene“ (Malerei, Bildhauerei) seine Verehrer und Darsteller gefunden. zum anderen war es auf der fränkischen Seite der Weinbau, für dessen urkundliche Ersterwähnung kein Geringerer als Karl der Große (747/48-814) sorgte. Der Karolinger, der als König des Fränkischen Reiches am Weihnachtstag (25. Dezember) des Jahres 800 vom Papst in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. vollzog zu Gunsten des Reichsklosters Fulda am 7. Januar 777 eine Schenkung mit den Weingütern im altfränkischen Königsgut Hammelburg („in Hamalunburg“) im Saalgau.

Link zum Vortrag unseres 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Wüst vor der Kath. Akademie in Bayern

Am Freitag, den 20.11.2020 hielt unserer 1. Vorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Wüst in der Kath. Akademie in Bayern folgenden Vortrag :

 „Flüssige Kulturgüter geistlicher und weltlicher Territorien in Bayern“

im Anschluss fand ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Wolfgang Wüst und seiner Ehefrau Sabine Wüst

über den Inhalt des Referates statt.

Hier der Link zur Videoaufzeichnung der Veranstaltung:

Wir trauern um unsere ehemalige 1. Vorsitzende, Mitstreiterin und Ehrenmitglied Emmi Weiß

Frau Emmi Weiß ist am 3.10.2020 für immer von uns gegangen.

In stiller Trauer gedenkt die Fränkische Arbeitsgemeinschaft unserer ehemaligen 1. Vorsitzenden.

Sie leitete als 1. Vorsitzende die Geschicke der FAG von 1997 bis 2004.

Sie hat sich sehr große Verdienste in unserem Verein erworben.

Zum 50-jährigen Bestehen der FAG brachte sie mit unserem Verein zusammen die Schrift

„Franken – Eigenständige Region in Europa – 50 Jahre FAG“ heraus.

Bereits vor ihrer Zeit als 1. Vorsitzende kümmerte sie sich um entsprechende Publikationen der FAG.

In der Jahreshauptversammlung vom 25.2.2013 – in der gleichzeitig der 65. Geburtstag der FAG gefeiert wurde – wurden die großen Verdienste unseres langjährigen Mitgliedes gewürdigt, das 7 Jahre auch als 1. Vorsitzender der FAG wirkte, Emmi Weiß wurde zum Ehrenmitglied der FAG ernannt.

Wir verneigen uns vor ihrem Lebenswerk und als treue Mitstreiterin in der FAG.

Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.